
Nematoden gegen Schädlinge - wie setzt man sie optimal ein
, Von Richard P. , 6 min Lesezeit

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Nematoden sind winzige Fadenwürmer, auch Älchen genannt. Sie gehören zur artenreichsten Tiergruppe überhaupt, mit mehr als 20.000 unterschiedlichen Arten. Nematoden sind nur etwa 1 mm groß, weiß oder farblos und bevorzugen eine feuchte Umgebung. Die meisten ernähren sich von Mikroben, es gibt aber auch räuberische und parasitäre Arten, die Pflanzen, Tiere und sogar Menschen befallen.
Wenn Nematoden Pflanzen befallen, gelten sie als Schädlinge. Sie brauchen eine hohe Bodenfeuchtigkeit, um sich auszubreiten, dringen meist über kleine Verletzungen in die Pflanze ein und verteilen sich darin.
Die Symptome reichen von unregelmäßigem Wuchs über Deformationen an Wurzeln und Blättern bis zu Verfärbungen und welken Blättern. Betroffen sein können viele Obst- und Gemüsesorten, von Apfel, Erdbeere und Gurke bis zu Hortensie und Hyazinthe.
Du kannst Nematoden aber auch gezielt gegen Schädlinge in deinem Garten einsetzen: gegen die Larven des Dickmaulrüsslers und des Gartenlaubkäfers, gegen Trauermücken und Wiesenschnaken – und, je nach Art, auch gegen Schnecken. Zu Schnecken und Trauermücken gibt es eigene Ratgeber mit allen Methoden im Vergleich.
Der Dickmaulrüssler ist ein nachtaktiver Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer und in fast jedem Garten anzutreffen. Er hinterlässt buchtartige Fraßspuren an Kirschlorbeer, Hortensie und Rhododendron. Tagsüber versteckt er sich in Erd- und Steinspalten oder unter Laub – ein flinker Krabbler, der nicht fliegen kann.

Die weißen Larven fressen an den Wurzeln und können großen Schaden anrichten, weil die Pflanze dann nicht mehr genug Wasser aufnehmen kann. Nur die Larven lassen sich mit Nematoden bekämpfen, und zwar zweimal im Jahr: von April bis Mai und von August bis September.

Gut erkennbar sind die buchtenartigen Fraßstellen an den Blatträndern von Kirschlorbeer, Rhododendron oder Rosen.

Mit Nematoden lässt er sich nur im Larvenstadium bekämpfen – also nur in den Monaten April/Mai und August/September.

Dieselben Nematoden, die gegen den Dickmaulrüssler wirken, kannst du auch gegen den Gartenlaubkäfer einsetzen – ebenfalls nur gegen die Larven, nicht gegen den ausgewachsenen Käfer.
Die Larven des Maikäfers werden bis zu 50 mm lang, haben einen weißen Körper, 6 Beine und einen braunen Kopf. Sie fressen über mehrere Jahre an den Wurzeln verschiedenster Pflanzen, vor allem im Rasen. Kleine Larven bis 1,5 cm lassen sich noch mit Nematoden bekämpfen, größere Larven kaum noch – gegen den Maikäfer wirken Nematoden insgesamt nicht besonders gut.
Die Wiesenschnake oder Tipula ist eine große Mückenart, die sich – anders als Stechmücken – ausschließlich von Blütennektar ernährt.

Sie hat eine Generation pro Jahr. Die Weibchen legen Ende August/Anfang September ihre Eier auf Rasenflächen ab. 2–4 Wochen später schlüpfen die Larven, vergraben sich knapp unter der Oberfläche und fressen schon im Herbst an den Graswurzeln. Im folgenden Frühjahr verspeisen sie zusätzlich nachts die Grashälme an der Oberfläche. Die ausgewachsene Larve verpuppt sich im Juni/Juli, im Spätsommer schlüpft die fertige Wiesenschnake. Wie du den Rasen im Herbst insgesamt pflegst, steht in Rasen im Herbst richtig pflegen.
Durch die geschädigten Wurzeln sterben die Grashälme darauf langsam ab und verfärben sich gelb. Die befallenen Bereiche sind anfangs klein und werden dann größer. Anders als bei Rasenkrankheiten zeigen die Blätter dabei keine Flecken oder Abstufungen. Die SC-Nematoden wirken gegen die Wiesenschnake. Ein Befall wird oft mit Trockenschaden oder Nährstoffmangel verwechselt – Hinweise zur Unterscheidung geben Rasenpflege in wenigen Schritten und Rasen richtig bewässern.
Als Faustregel gelten etwa 500.000 Nematoden pro m². Rasenmax bietet Packungen für 10, 20 und 100 m² mit entsprechend 5, 10 und 50 Millionen Nematoden.
Die Nematoden werden in Tongranulat eingebettet geliefert. Du kannst sie maximal 1 Woche im Kühlschrank lagern – besser ist es, sie sofort auszubringen.
Dazu löst du das Granulat in Wasser auf und bringst die Nematoden mit der Gießkanne oder – für größere Flächen einfacher – mit dem AquaNemix aus. Der Boden sollte vorher schon feucht sein, damit sich die Nematoden besser fortbewegen können.
Danach solltest du die befallenen Stellen etwa 3 Wochen lang weiter feucht halten – trocknet der Boden aus, sterben auch die Nematoden. In der nächsten Larvensaison lohnt sich eine erneute Behandlung, eventuell auch im Folgejahr, um sicherzustellen, dass Larven und Käfer bzw. Schnaken verschwunden sind.
Mehr zu den nützlichen Insekten, die dir zusätzlich im Garten helfen: Nützlinge im Garten.
Nein, Nematoden bekämpfen ausschließlich die Larven im Boden. Ausgewachsene Käfer wie den Dickmaulrüssler musst du mechanisch absammeln oder mit Fallen fangen.
Nematoden brauchen 12–25 °C Bodentemperatur. Unter 8 °C oder über 30 °C sterben sie ab. Die idealen Einsatzzeiten sind deshalb April/Mai und August/September.
Nach der Ausbringung bleiben sie etwa 4–6 Wochen aktiv, danach sterben sie ab. Bei starkem Befall lohnt sich eine zweite Behandlung im nächsten Larvenstadium.
Nein, Nematoden sind für Pflanzen, Regenwürmer und Bodenmikroorganismen unbedenklich. Sie befallen ausschließlich ihren jeweiligen Ziel-Schädling.
SC-Nematoden (Steinernema carpocapsae) wirken gegen die Larven der Wiesenschnake. Am besten ab Ende August bei feuchtem Boden ausbringen.
Als Faustregel gelten etwa 500.000 Nematoden pro m². Rasenmax bietet Packungen für 10, 20 und 100 m² mit entsprechend 5, 10 und 50 Millionen Nematoden an.
Ja, Nematoden vertragen sich mit biologischen Rasendüngern und Kompost. Chemische Insektizide solltest du 2 Wochen vor und nach der Ausbringung vermeiden, da sie den Nematoden schaden.