
Schnecken im Garten bekämpfen: Gute vs. schlechte Schnecken + 7 Methoden
, Von Richard P. , 6 min Lesezeit

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Hier findest du einen Überblick über die häufigsten Schneckenarten – und welche davon wirklich Hunger auf deinen Salat hat. Außerdem zeigen wir dir, was du gegen Schnecken tun kannst, ohne anderen Tieren zu schaden, und passende Produkte, die deine Pflanzen schützen. Besonders betroffen sind Gemüsebeete – Tipps zur Pflege findest du im Gemüsegarten-Ratgeber und in der Essbaren Balkon-Oase.
Es wird angenommen, dass es weltweit 40.000 bis 100.000 unterschiedliche Schneckenarten gibt. Bei uns am häufigsten sind Weinbergschnecke, Tigerschnegel und die spanische Wegschnecke, besser bekannt als Nacktschnecke.

Die Weinbergschnecke wird bis zu 10 cm lang und etwa 30 g schwer, ihr braunes Gehäuse erreicht 3 bis 5 cm Durchmesser. Sie ernährt sich von weichen, welken Pflanzenteilen und Algenbewuchs und braucht kalkhaltigen Boden, um Gehäuse und Schutzdeckel für die Überwinterung zu bilden. Sie überwintert in Winterstarre und kann bis zu 8 Jahre alt werden.

Der Tigerschnegel, auch Großer Schnegel oder Tigernacktschnecke genannt, wird 10–20 cm lang und bis zu 3 Jahre alt. Er ernährt sich hauptsächlich von Aas und Pilzen, betätigt sich aber auch als Räuber und verspeist Nacktschnecken samt Eiern.

Die spanische Wegschnecke wird 8–10 cm groß, lebt meist nur ein Jahr und legt in dieser Zeit rund 200–400 Eier. Sie wurde in den 1960er-Jahren aus Portugal eingeschleppt und trat erstmals in den 1970er-Jahren in größeren Mengen auf. Ihr Problem für den Garten: Sie frisst liebend gerne Gemüse und andere Pflanzen und hat kaum natürliche Feinde.
| Schneckenart | Schädlich? | Fressen Pflanzen? | Natürliche Feinde |
|---|---|---|---|
| Weinbergschnecke | Nein | Algen, welkes Laub | Kröten, Amseln |
| Tigerschnegel | Nützlich | Aas, andere Schnecken | Igel, Kröten, Marder |
| Spanische Wegschnecke | Ja | Gemüse, Zierpflanzen | Wenige |
Natürliche Feinde fördern: Kröten, Amseln, Lauf- und Leuchtkäfer fressen gerne Schnecken, auch deren Larven und Raupen. Damit diese Feinde erhalten bleiben, solltest du auf Pestizide verzichten oder höchstens biologische einsetzen. Welche Helfer es gibt und wie du sie anlockst, steht in Nützlinge im Garten.
Natürliche Barrieren: Ein etwa 10 cm hohes Blech oder ein Kupferband um das Beet hindert Schnecken am Eindringen – die Kupferionen vertragen sie nicht. Auch eine biologische Schneckenbarriere aus Getreiderückständen, wie die der Rosenfellner Mühle, wirkt: Schnecken kriechen darüber, verspeisen sie und verenden daran.
Morgens gießen: So trocknet die Feuchtigkeit schneller ab, und Schnecken finden weniger Rückzugsbereiche, in denen sie sich vermehren können.
Im feuchten Bereich sammeln: Ein bewusst feucht gehaltener Bereich, etwa unter einem Topf, lockt Schnecken an – dort kannst du sie einsammeln und entsorgen.
Bierfallen: Eine altbewährte Methode, die gut funktioniert, aber auch fremde Schnecken aus der Nachbarschaft anlocken kann.
Eisen-III-Phosphat ist ein auch in der Natur vorkommender Stoff, unbedenklich für Kinder, Haustiere und andere Gartentiere – behandelte Flächen sind unmittelbar danach wieder nutzbar. Das bekannteste Produkt ist Ferramol Schneckenkorn von Neudorff.
Am wirksamsten ist die Anwendung schon im Frühjahr, wenn die Schnecken noch klein sind: Dann reichen kleine Mengen für große Wirkung, und es gibt noch wenig anderes Futter, sodass sich die Schnecken darauf stürzen. Nach dem Verzehr zieht sich die Schnecke in ihr Versteck zurück und verendet dort, ohne sichtbare Kadaver zu hinterlassen. Wichtig: Das Mittel wirkt auf alle Schneckenarten gleich, nicht selektiv nur auf Nacktschnecken.
Eingesammelte Schnecken kannst du zerschneiden oder mit kochendem Wasser übergießen. Auf keinen Fall Salz darüberstreuen: Schnecken bestehen größtenteils aus Wasser und erleiden dabei einen qualvollen Tod. Entsorge sie im Bio- oder Restmüll, nicht auf dem Komposthaufen – sonst lockst du weitere Schnecken an, die gerne ihre verendeten Artgenossen fressen.
Wichtig: Verwende kein chemisches Schneckenkorn auf Basis von Metaldehyd – es ist reines Gift und schadet auch anderen Tieren.
Natürliche Feinde der Schnecken freuen sich übrigens auch über einen strukturreichen Garten – mehr dazu in unserem Artikel Nützlinge im Garten. Weitere biologische Helfer gegen Bodenschädlinge stellt Nematoden gegen Schädlinge vor.
Vor allem die spanische Wegschnecke (Nacktschnecke) frisst Gemüse und Zierpflanzen. Weinbergschnecke und Tigerschnegel sind dagegen harmlos oder sogar nützlich – der Tigerschnegel frisst selbst Nacktschnecken.
Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-Phosphat wie Ferramol ist biologisch, unbedenklich für Kinder und Haustiere und wirkt auch bei Regen. Chemisches Schneckenkorn mit Metaldehyd ist dagegen giftig für andere Tiere und sollte vermieden werden.
Bierfallen wirken gut bei lokalem Befall auf kleinen Beeten. Sie ziehen allerdings auch Schnecken aus der Nachbarschaft an, was den Befall insgesamt eher erhöhen kann.
Kupferband und die biologische Schneckenbarriere aus Getreiderückständen wirken zuverlässig, wenn sie lückenlos angebracht und regelmäßig erneuert werden. Schon eine kleine Lücke reicht, damit Schnecken durchkommen.
Am besten schon im zeitigen Frühjahr, wenn die Schnecken noch klein sind – dann reichen kleine Mengen für große Wirkung. Nach Regen oder abends bei feuchtem Wetter erneut streuen, mit rund 5 g pro m².
Besser nicht: Schnecken fressen auch ihre toten Artgenossen und werden so vom Komposthaufen angezogen. Verendete Schnecken gehören in den Rest- oder Biomüll.