
Kirschlorbeer richtig pflegen: Schneiden, düngen, gießen & Schädlinge bekämpfen
, Von Richard P. , 7 min Lesezeit

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Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen: Er ist immergrün, bildet dichte Sichtschutzhecken und verträgt einen Rückschnitt problemlos. Gleichzeitig gilt er als vergleichsweise robust und kommt – je nach Sorte – mit Sonne, Halbschatten und auch mit etwas Trockenheit zurecht.
Botanisch gesehen ist der Kirschlorbeer übrigens kein Lorbeer, sondern ein Rosengewächs und damit näher mit der Kirsche verwandt. Ursprünglich aus Kleinasien und Südosteuropa stammend, hat er sich gut an das Klima in Mitteleuropa angepasst und ist bei den meisten Sorten ausreichend frosthart für Gärten in Österreich und Deutschland.

Blühender Kirschlorbeer
Im späten Frühjahr bis Frühsommer erscheinen zahlreiche weiße Blüten in aufrechten Trauben, die bei Insekten sehr beliebt sind. Daraus entwickeln sich ab August kleine, zunächst rote, später schwarze Früchte.

Früchte des Kirschlorbeers
Wichtig zu wissen: Blätter, Samen und Früchte des Kirschlorbeers gelten als giftig und sollten nicht verzehrt werden – vor allem in Gärten mit Kindern und Haustieren ist daher Vorsicht angebracht.
Kirschlorbeer ist relativ anpassungsfähig, bevorzugt aber:
In sehr heißen, vollsonnigen Lagen können junge Pflanzen im Hochsommer unter Hitzestress leiden und brauchen dann eine gute Bewässerung.
Beim Boden ist der Kirschlorbeer nicht übermäßig anspruchsvoll. Ideal sind:
Staunässe ist einer der häufigsten Fehler: Die Wurzeln werden geschädigt, die Pflanze lässt Blätter hängen oder wirft sie ab, oft bereits in den ersten Jahren nach der Pflanzung. In schweren Böden lohnt es sich, beim Pflanzen Sand oder groben Kies einzuarbeiten.
Der beste Pflanzzeitraum liegt im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei ist. Containerware kann grundsätzlich von Frühling bis Herbst gesetzt werden. Mehr zur Heckenpflanzung findest du in unserem Artikel Hecke anlegen: Anleitung und Pflanzenwahl.
So gehst du beim Pflanzen vor:
Gerade in trockenen Frühjahren oder heißen Sommern ist die Wasserversorgung in den ersten Wochen entscheidend für das Anwachsen.
Kirschlorbeer verträgt kurzfristig etwas Trockenheit, dauerhafte Trockenperioden schwächen ihn aber deutlich.
Staunässe unbedingt vermeiden – besonders in Senken oder auf verdichteten Böden.
Eine ausgewogene Düngung sorgt für sattgrüne Blätter und kräftigen Wuchs.
Gelbe Blätter können auf Nährstoffmangel, Staunässe oder andere Stressfaktoren hinweisen – daher immer auch die Standortbedingungen prüfen. Bei Eisenmangel (helle Blätter mit grünen Adern) hilft ein Eisendünger.
Kirschlorbeer verträgt Schnitt sehr gut. Stärkere Rückschnitte erfolgen im frostfreien Spätwinter, der Formschnitt zur Verdichtung der Hecke Ende Juni. Verwende eine scharfe Handheckenschere statt einer elektrischen, damit die großen Blätter nicht zerfetzt werden und braun eintrocknen – und trage wegen der giftigen Pflanzenteile Handschuhe.
Die häufigste Erkrankung am Kirschlorbeer ist die Schrotschusskrankheit, verursacht durch einen Pilz (z. B. Stigmina carpophila).
Typische Symptome:
Maßnahmen:
Bei sehr starkem oder wiederholtem Befall kann ein für den Hausgarten zugelassenes Fungizid eingesetzt werden, z. B. Neudorff Fungisan – auch vorbeugend. Dabei immer die Herstellerangaben beachten.

Der bekannteste Schädling am Kirschlorbeer ist der Dickmaulrüssler.
Schäden durch Käfer und Larven:

Fraßspuren des Dickmaulrüsslers

Larve des Dickmaulrüsslers
Bekämpfung:
Besonders effektiv ist die Kombination aus mechanischer Bekämpfung der Käfer und Nematoden gegen die Larven.
Neben dem Dickmaulrüssler kann auch der Buchsbaumzünsler Kirschlorbeer befallen, wenn in der Nähe Buchsbaum steht. Erkennungsmerkmale und wirksame Mittel (Xentari, Spruzit) erklärt der Ratgeber Was hilft gegen den Buchsbaumzünsler?
Kirschlorbeer lässt sich leicht durch Stecklinge vermehren:
Die Bewurzelung kann einige Wochen dauern; bewurzelte Stecklinge können später in Töpfe oder direkt in den Garten umgesetzt werden.
Nach der Pflanzung regelmäßig, bis die Hecke eingewurzelt ist. Später bei Trockenheit durchdringend wässern, Staunässe aber unbedingt vermeiden.
Stärkere Rückschnitte erfolgen im Spätwinter (frostfrei), Formschnitte zur Verdichtung Ende Juni bis Sommer.
Ursachen können Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel, Frostschäden oder Pilzkrankheiten wie die Schrotschusskrankheit sein.
Ja, Blätter, Samen und Früchte des Kirschlorbeers gelten als giftig und sollten nicht verzehrt werden. Beim Schneiden Handschuhe tragen.
Kleine Löcher im Blattinneren deuten oft auf Schrotschusskrankheit hin, buchtenartige Fraßspuren am Rand auf Dickmaulrüssler. Je nach Ursache entsprechend Pilzbekämpfung oder Nematoden einsetzen.
Ja, bei ausreichend großem Gefäß, guter Drainage und regelmäßiger Düngung; Winterschutz ist in rauen Lagen wichtig.
Guter Hinweis zur Unterscheidung zwischen Schrotschuss und Dickmaulrüssler. Gerade beim Kirschlorbeer sieht man oft nur die Löcher und denkt sofort an einen Schädling. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob die Löcher im Blattinneren entstehen oder eher buchtenartig am Rand. Diese Einordnung ist wirklich hilfreich. Lilly von mein-pflanzenblog.de