
Schädlinge an Orchideen: 5 häufigste Plagegeister erkennen und bekämpfen
, Von Richard P. , 7 min Lesezeit

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Wenn Orchideen gut gepflegt werden, kommt es normalerweise nicht zu Schädlingsbefall. Leider sind viele Orchideen aber schon beim Kauf in irgendeiner Form befallen – die Schädlinge verstecken sich oft im Granulat, und auch beim Wechsel des Substrats können sie eingeschleppt werden. Die Grundlagen der Pflege – Gießen, Standort, Düngen – findest du in unserem Ratgeber Mit wenigen Tricks Orchideen zum Blühen bringen.
Zu den häufigsten Schädlingen zählen vor allem Blattläuse, Woll- und Schmierläuse sowie Schildläuse und Spinnmilben. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du sie erkennst und mit biologischen bzw. mechanischen Maßnahmen sowie passenden Mitteln wieder loswirst.

Blattläuse mit Marienkäfer
Einen Befall erkennst du meist daran, dass Triebe deformiert oder Blätter klebrig sind. Besonders im Winter, bei trockener, warmer Heizungsluft, fühlen sich Blattläuse sehr wohl und vermehren sich stark.
Sie sind gelbgrünlich oder schwarz und sitzen meist an den Triebspitzen oder Knospen.
Was meist hilft, ist eine Schmierseifenlösung – einfach die Orchidee damit abwaschen. Hilft das Hausmittel nicht, empfehlen wir bei leichtem Befall Biplantol Contra X und bei starkem Befall Neudorff Spruzit Schädlingsfrei.

Spinnmilben
Spinnmilben lieben eine trockene, warme Umgebung und können sich unter diesen Bedingungen sehr schnell vermehren.
Sie sind klein – etwa 0,3–0,5 mm groß – und können je nach Art rot, grün oder gelblich gefärbt sein. Sie gehören zur Gruppe der Spinnentiere und leben in Gespinsten, in denen mehrere Generationen zusammenleben. Unter guten Bedingungen kommt etwa alle 2–3 Wochen eine neue Generation dazu.
Spinnmilben stechen die Zellen der Orchidee an und saugen den austretenden Pflanzensaft.
Du erkennst den Befall am einfachsten, indem du die Pflanze mit Wasser besprühst – dann sind die feinen Gespinste deutlich besser sichtbar.
Spinnmilben sitzen meist an der Blattunterseite, können aber auch an den Triebspitzen vorkommen. Sie befallen häufig ältere Blätter, die dann scharf begrenzte, gelbliche oder bräunliche Flecken zeigen. Die Blätter sterben ab, und die Pflanze wird anfälliger für weitere Krankheiten.
Am einfachsten hilft es, die Orchidee öfter mit Wasser abzuspülen. Ein Tauchbad allein reicht nicht, da sich Spinnmilben unter Wasser mit einer Luftblase schützen können.
Hilft das Hausmittel nicht, empfehlen wir bei leichtem Befall Biplantol Contra X und bei starkem Befall Neudorff Spruzit Schädlingsfrei.

Woll- und Schmierläuse
Woll- und Schmierläuse sind an ihrer wattebauschartigen, weißen bis rosafarbenen Form gut zu erkennen. Sie werden etwa 0,5 mm groß und sitzen bevorzugt an den Blattachseln oder Blütenstielen. Sie saugen die Orchidee regelrecht aus, was die Pflanze stark schwächt, und scheiden dabei Honigtau aus – eine klebrige, zuckerhaltige Substanz, an der ein Befall ebenfalls gut erkennbar ist.
Die Blätter werden klebrig, verfärben sich oder fallen sogar ab.
Wichtig ist, die befallene Orchidee sofort von anderen Pflanzen zu trennen, damit sich die Schädlinge nicht weiter ausbreiten.
Woll- und Schmierläuse mögen keine hohe Luftfeuchtigkeit – also die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Pflanze regelmäßig mit kalkarmem Wasser oder einem Orchideenspray wie dem Biplantol Orchideenspray besprühen.
Befallene Stellen kannst du mit Alkohol betupfen – Achtung, das vertragen nicht alle Orchideen – oder alternativ mit Seifenwasser reinigen.
Hilft das Hausmittel nicht, empfehlen wir bei leichtem Befall Biplantol Contra X und bei starkem Befall Neudorff Spruzit Schädlingsfrei.
Ein natürlicher Feind der Woll- und Schmierläuse ist die Larve des australischen Marienkäfers, die allerdings eine sehr warme und feuchte Umgebung braucht, was nicht überall gegeben ist.

Schildläuse
Schildläuse sind sehr kleine, meist gut versteckte Schädlinge, die etwa 1–5 mm groß werden, linsenförmig aussehen und meist rötlich-braun sind. Weibliche Schildläuse sind bewegungsunfähig, ihre Larven und Männchen können sich dagegen bewegen.
Sie werden meist mit der Orchidee mitgekauft oder treten bei geschwächten Pflanzen auf, die in zu trockener und warmer Umgebung gehalten werden.
Schildläuse sitzen meist an der Blattunterseite, wo sie wegen ihrer Farbe oft schwer zu finden sind. Unter guten Bedingungen – trocken und warm – breiten sie sich schnell aus.
Mit ihrem Saugrüssel entziehen sie der Orchidee wichtige Pflanzensäfte. Schildläuse befallen auch andere Zimmerpflanzen und sind nicht auf Orchideen beschränkt. Die Folgen reichen von Verfärbung der Blätter über abfallende Blüten bis zum Blattfall.
Zuerst sollte die Pflanze isoliert werden, damit weder andere Orchideen noch andere Zimmerpflanzen befallen werden.
Als Hausmittel hilft eine Mischung aus 2 Esslöffeln Olivenöl und einem Spritzer Spülmittel auf einen Liter Wasser, aufgesprüht auf die befallenen Stellen. Vom Einpinseln mit Alkohol ist eher abzuraten, das überstehen nicht alle Orchideenarten.
Hilft das Hausmittel nicht, empfehlen wir bei leichtem Befall Biplantol Contra X und bei starkem Befall Neudorff Spruzit Schädlingsfrei.
Wie bei jeder Pflanze treten auch bei Orchideen immer wieder Krankheiten auf, wenn sie geschwächt sind oder die Umgebungsbedingungen nicht passen. Hier die häufigsten Probleme im Überblick.
Fäulnis ist die häufigste Krankheit bei Orchideen und entsteht meist durch falsches Gießen. Dabei vermehren sich Bakterien, die in dauerhafter Nässe ideale Bedingungen finden.
Du beugst Fäulnis vor, indem du die Orchidee nur für eine begrenzte Zeit – idealerweise 20–30 Minuten – in kalkarmes Wasser stellst. Wurzeln und Topf sollten nie dauerhaft im Wasser stehen.

Orchidee mit gelben Blättern
Ein einzelnes gelbes Blatt, das dann abfällt, ist besonders im Winter normal. Spätestens wenn mehrere Blätter gelb werden, solltest du die Pflanze genauer untersuchen – zuerst Schädlingsbefall ausschließen. Mögliche weitere Ursachen sind Lichtmangel, altes Substrat oder direkte Sonneneinstrahlung.
Auch abfallende Blüten können auf einen ungünstigen Standort hindeuten. Zugluft, zu wenig Feuchtigkeit, Lichtmangel, aber auch zu wenig Dünger können der Orchidee zusetzen.
Für Menschen und Haustiere nicht – für die Orchidee aber schon: Unbehandelt kann ein Befall sie absterben lassen.
Meist durch trockene, warme Heizungsluft in Kombination mit geschwächten Pflanzen, z. B. durch kalkreiches Gießwasser.
Mit einer Luftfeuchtigkeit von 60–80 %, wöchentlichem Besprühen und gesunder Pflege.
Ja, Spruzit wirkt durch Kontakt gegen Läuse, Milben und Schildläuse.
Bei leichtem Befall oder zur Vorbeugung – die ätherischen Öle wirken als Aromabarriere.